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Unsere Autorin des Newsletters Heike Leitschuh

Ab sofort übernimmt Heike Leitschuh die Redaktion des CSR-Newsletters. Sie arbeitet seit über 25 Jahren zu den Themen der nachhaltigen Entwicklung: als Buch-Autorin, Publizistin, Moderatorin und Beraterin. Ihre Schwerpunktthemen sind Zukunftsfähige Unternehmensentwicklung/nachhaltiges Wirtschaften, Postwachstumsökonomie, Transformationsprozesse und nachhaltige Lebensstile. Sie moderiert Veranstaltungen sowie Dialogprozesse und berät in Fragen der Entwicklung von Strategien für Nachhaltigkeit, von Stakeholderdialogen sowie der Kommunikation. Ihre jüngsten Bücher: «Belächelt, Bekämpft, Begehrt. Mit Biopionier Ulrich Walter durch fünf Dekaden» (2021) und «Ich zuerst! Eine Gesellschaft auf den Ego-Trip» (2018). Seit 2001 ist sie Mitherausgeberin des Jahrbuch Ökologie.

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Das Wir-Prinzip
Antje von Dewitz im Gespräch mit Günther Bachmann

Auftakt zu den CSR Gesprächen des Deutschen CSR-Forums mit der IHK Region Stuttgart im März 2021. Die CSR Gespräche von Günther Bachmann mit einer Unternehmerin oder einem Unternehmer finden alle zwei Monate statt.

Da sage niemand, Geschichte wiederhole sich nicht. Den Outdoor-Spezialisten Vaude startete ihr Vater lange bevor Outdoor zum Trend wurde. Die damals gerade zwei Jahre alte Antje von Dewitz agiert heute als Chefin des Familienunternehmens weit im Vorfeld von Trends und bricht dabei das eine oder andere Tabu. Als eine der ersten in der Wirtschaft tritt sie für ein Lieferkettengesetz ein.

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In der heißen Flüchtlingsdebatte macht sie sich stark für ein Bleiberecht für Flüchtlinge mit einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Eine CO2-Steuer sieht sie als “Innovationsmotor für die Wirtschaft“. Sie steht für eine Unternehmenskultur, die sich an partnerschaftlichem Respekt, Vertrauen und Nachhaltigkeit orientiert. Von der „Fast Fashion“ Doktrin hält sie nichts. Ihre Produkte, nach allerhöchsten Ansprüchen der Nachhaltigkeit hergestellt, sind slow und so kann sie den Warenfluss langfristig steuern und unsinnige Kosten etwa durch das saisonale Verramschen vermeiden. Was in der Wirtschaft längst noch keine Normalität ist, gehört für sie zum „Wir-Prinzip“.

Antje von Dewitz nutzt die Corona-Krise, um zu überdenken, ob sie und das Unternehmen das Leben mit dem füllen, was tatsächlich wichtig ist. Ihr Fazit: „Unsere auf gegenseitigem Vertrauen basierende Firmenkultur sowie unsere fest verankerte, nachhaltige Unternehmensausrichtung helfen uns, flexibel und aus eigener Kraft durch diese stürmische Zeit zu steuern.“ Unterbrochene Zulieferungen werden eben gerade nicht einseitig gekündigt, sondern gemeinsam mit den Partnern zum gegenseitigen Vorteil angepasst. Das erzeugt auch neuen Schwung für gemeinnütziges Engagement der Mitarbeitenden bis hin zu einem Social Day gemeinnütziger Tätigkeiten in Kombination mit Möglichkeiten zur Fortbildung. Das Wir gibt gerade dann Sicherheit und Halt, wenn Vieles im weiteren Umfeld schwankt und bricht.

Kein Wunder also: Im Oktober 2020 gründet von Dewitz mitten in die Pandemie hinein die Vaude – Akademie für nachhaltiges Wirtschaften: Um Wissen zu teilen, zu lernen, was Führung leisten kann und muss, wie die Arbeitskultur Vertrauen schafft und wie Mitarbeitende ganzheitlich in Transformationsprozess eingebunden werden können.

Noch ist es nicht allzu lang her, da waren Unternehmer fast immer Männer. Konkurrenz und Ich-Rivalität sind männlich. Meistens jedenfalls. Heute ist Vieles anders. In Familienunternehmen liegt der Anteil der Frauen, die die Unternehmensnachfolge antreten, bei rund 50 Prozent. Antje von Dewitz ist eine dieser Pionierinnen.

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„Das ist mir halt so zugefallen“
Alfred Theodor Ritter im Gespräch mit Günther Bachmann

Alfred Theodor Ritter im Gespräch mit Günther Bachmann
beim 2. CSR-Gespräch des Deutschen CSR-Forums und der IHK Region Stuttgart im April 2021

Bekannt ist er als Marke, relativ unbekannt als Allrounder für nachhaltige Geschäftsfelder. Ritter – Sein Name steht für die Schokoladenmarke, aber er stellt auch Vakuumröhren für Sonnenkollektoren her, ökologische Heizsysteme und große Solaranlagen. Sein „Hotzenblitz“, der erste Strom-PKW den es in der Bundesrepublik gab, ist legendär. Alfred Theodor Ritter beteiligt sich an einer Filmgesellschaft, baute mit seiner Schwester eine Solarhaussiedlung und ist Eigentümer eines Gewerbeparks. Das alles sei ihm zugefallen, sagt er bescheiden.

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Diese Geschichte hat er schon oft erzählt, aber immer klingt die Betroffenheit und Empörung über die Atomwirtschaft wie aktuell: Als 1986 der Atomreaktor in Tschernobyl zerbarst, da verstrahlte er in der Türkei auch die für das Familienunternehmen so wichtige Haselnussernte – aus Alfred Ritter machte das den Öko-Industriellen. Auf eine besondere Art. Er protestiert indem er Alternativen schafft, zeigt, was möglich ist, wenn man es nur anfängt. Ein Öko-Kämpfer sei er nicht, sagt er denn Kampf – jedenfalls in der Art ständiger Konfrontationen – erzeuge reflexartige Gegenwehr und damit Stillstand. Da kommt im Gespräch der Psychologe durch, der Alfred Ritter auch ist. Vier Semester lang studierte er, dem Vater zu liebe, Volkswirtschaft und blickt – jetzt als erfolgreicher Unternehmer – mit kaum freundlichen Worten auf Ratschläge aus diesem Fach. Dann ließ er sich zum Psychologen ausbilden und arbeitet einige Jahre als selbstständiger Psychotherapeut in Heidelberg. Auf die Frage, wie viel Psychotherapie eigentlich das Corona-geschwächte politische Bewusstsein in Deutschland brauchen würde, lacht er vielsagend.

Die politische Meinungsbildung zur Energiewende sieht Ritter höchst kritisch. Zu viel Geld hat er durch das Hü und Hott verloren, weil der Staat die Erneuerbaren Energien einmal vorantreibt und dann wieder ausbremst. Kritisch auch seine Haltung zum Begriff Nachhaltigkeit: zu viel freudloser Verzicht. Die tausend Dinge zu tun, die alle einfach tun können, verspräche dagegen Freude und Glück. Die politische Ordnung, so Ritter, müsste sich eben viel langfristiger an Zielen und Visionen des Besseren und Schöneren orientieren. Das sei schließlich auch so, wenn man die beste Schokolade produzieren wollte. In das Nicaragua der Sandinistas hat er vor 30 Jahren den Kakaoanbau überhaupt erst wieder zurückgebracht. Heute errichtet er dort eine eigene große Plantage und setzt soziale Standards, die für das Land wie pure Zukunft klingen: Aufstieg durch (Aus-)Bildung gepaart mit vom Unternehmen bezahlter Fortbildung.
Zugefallen mag ihm das sein, aber ergriffen hat er die Möglichkeiten dann sehr beherzt. Als Unternehmer der sozialen Verantwortung.

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Von der kleinen Käserei zu Europas größter Bio-Molkerei

CSR-Gespräch mit Barbara Scheitz, Andechser Molkerei Scheitz und Günther Bachmann am 7. Mai 2021, 15 Uhr.

Nach den beiden spannenden Gesprächen mit Antje von Dewitz, Vaude und Alfred Ritter, Ritter-Sport hat das CSR Forum nun Barbara Scheitz, Inhaberin der Andechser Bio-Molkerei Scheitz, zum Gespräch eingeladen.

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Turbulenzen bei den Preisen, die Suche nach sozialer Chancengerechtigkeit im ländlichen Raum, Anforderungen an das Tierwohl versus Beschwerden gegen den Lärm von Kuhglocken, Düngemittel und Wasserqualität – die moderne Landwirtschaft erzeugt viele Kontroversen und Abhängigkeiten. Und mitten in all dem führt Barbara Scheitz eine über 110jährige Betriebsgeschichte in die Zukunft.

645 Bauern beliefern Europas größte Bio-Molkerei. Barbara Scheitz setzt auf soziale Kompetenz, Verantwortung und Vertrauen bei höchster Qualität. Den Bauern zahlt sie eine Weideprämie auf den Milchpreis, die Erzeugerpreise handelt sie mit ihnen alle zwei Monate auf Augenhöhe aus. Die Konsument*innen erhalten Einblick in die Wertschöpfung. Sie übernahm die Molkerei vom Vater, der schon das überdüngte Grundwasser durch eine Biostrategie verbessert hatte, und stellte sie als erste deutsche Molkerei zu 100 Prozent auf Bio um. Nun baut sie auch die Anlagen ökologisch um. Es gelingt ihr, Anteile von einem französischen Konzern zurückzukaufen, um das Familienunternehmen zu konsolidieren. Mit ihr wird die Bio-Ökonomie zur Leitschnur der Zukunftsausrichtung ihres Betriebes.

Barbara Scheitz ist vom Fach: Nach der Lehre zur Molkereifachfrau sammelte sie Erfahrungen in verschiedenen Molkereien, schloss ein BWL-Studium ab und baute Fachgeschäfte auf. Sie engagiert sich in der Branche und in der Zivilgesellschaft. So ist sie unter anderem Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Landkreis Starnberg. In den Klimarat des Freistaates Bayern bringt sie das Thema „klimafreundliche Landnutzung“ ein.

Was sind die aktuellen Herausforderungen ihres Unternehmens und der Branche? Wie sieht sie die Zukunft der Landwirtschaft aus? Darüber spricht mit Barbara Scheitz Günther Bachmann, Aktivist und Nachhaltigkeitsexperte, Mitglied im Kuratorium des CSR-Forums: 7. Mai, 15 bis 16.30 Uhr.

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