#dcsrforum

Aktuelle Themen

zurück

Startseite

#dcsrforum

Über Uns

Infos zum Forum

Kontakt

#dcsrforum

Tanzende Kühe

Barbara Scheitz, Andechser Molkerei, sprach mit Günther Bachmann

Tanzende Kühe, wo gibt es denn sowas? Bei Bauern, die die Andechser Molkerei mit Bio-Milch beliefern. Deren Chefin, Barbara Scheitz, liefert den Beweis im Video: Kühe, die lange im Stall waren und wieder auf die Wiese dürfen, springen vor Freude. Wenn das kein überzeugendes Argument für die Weidehaltung ist? 645 Bauern gehen den Weg der ökologischen Milchwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung und beliefern Europas größte Bio-Molkerei, deren Chefin das Familienunternehmen vom Vater übernommen hat. Am 7. Mai sprach Günther Bachmann, Mitglied im CSR-Kuratorium, mit ihr über soziale Verantwortung, darüber, was glückliche Kühe brauchen und über die Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft.

weiter Lesen

Zahlen können beeindruckend sein. Wussten Sie, dass sich in Bayern im Boden von Biobauern im Schnitt 450 Regenwürmer auf einem Quadratmeter tummeln, während es bei den konventionellen Bauern nur noch 16 sind? Oder dass eine Biomilch-Kuh bis zu 10 Jahre alt wird, während die Hochleistungskühe nach maximal drei Jahre erschöpft geschlachtet werden? Diese müssen nämlich fast die doppelte Menge Milch geben, bis zu 15.000 Liter im Jahr, während sich die Ökovielhalter mit maximal 8000 Litern begnügen. Die Hochleistung wird mit viel Eiweiß erreicht, mit Soja, vor allem aus Südamerika importiert, wo für dessen Anbau Regenwälder weichen müssen. „Eine Kuh käme von alleine nie darauf Soja zu fressen. Das hat man den Rindern antrainiert“, weiß Barbara Scheitz.

Allen Trends zu Veganismus zum Trotz trinkt und isst die Molkereifachfrau täglich Milch und isst leidenschaftlich gerne Joghurt, Käse und Butter, weil das für sie gesunde Lebensmittel sind. Aber wenn doch mehr Menschen zu Hafer- oder Mandelmilch greifen, sitzt sie da nicht zwischen den Stühlen, will Günther Bachmann wissen. Nein, sie freue sich darüber, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher immer anspruchsvoller würden, darin bestünde eine große Chance, die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten, antwortet sie diplomatisch.

Diplomatie scheint überhaupt eine große Stärke von Barbara Scheitz zu sein, die mit ihren vielen Lieferanten ja immer über die Preise verhandeln muss. „Das tun wir auf Augenhöhe. Ich versuche mich in ihre Lage zu versetzen, habe aber auch meine Interessen im Blick. Eine Untergrenze ist definiert. Bisher haben wir uns noch immer gut einigen können.“ Und das ist wichtig, denn hier geht es um die soziale Nachhaltigkeit: Die Bauern können sich auf die langfristigen Absprachen mit der Molkerei verlassen, das gibt ihnen Perspektive für die Existenz ihrer Betriebe und Familien, die wiederum bedeutsam sind für das Leben auf dem Land.

56 Cent erzielt sie auf dem Markt für einen Liter Öko-Milch, bis zu 39 Cent sind es bei der konventionellen Milch. Für die 40 Prozent mehr muss aber auch das ganze System finanziert werden, also bessere Haltung, besseres Futter, größere Ställe, Auslauf, etc. pp. Eine Kuh muss laufen können, um das zu beweisen, hat die Molkereichefin mal getestet, wieviel Kilometer Mensch und Kuh am Tag absolvieren. Die Kuh hat klar gewonnen: 12 Kilometer ist sie unterwegs. Wenn man sie lässt.

Mit 190 Millionen € Umsatz im Jahr und rund 210 Beschäftigten ist die Andechser Molkerei dennoch ein Fliegengewicht auf dem Milchmarkt, wo die kleinste unter den großen Molkereien auf rund 2,3 Milliarden € kommt. Doch in Bayern wird Barbara Scheitz ernst genommen: Sie sitzt dort im Klimarat und berät die Landesregierung. Da geht es dann darum, wie man Böden behandeln muss, damit sie CO2 speichern, Stickstoff binden und generell resilienter werden. Die Biowirtschaft hat hier viel Expertise. Die Andechser Molkerei zahlt Bauern eine Prämie von 10 € pro Tonne CO2, die sie durch Aufbau der Humuswirtschaft nachweislich in ihren Böden speichern.

2016 gelang es Barbara Scheitz nach langen Verhandlungen Anteile eines französischen Konzerns zurückzukaufen. Jetzt ist die Andechser Molkerei wieder zu 100 Prozent in Familienhand. Welchen Weg werden andere in der Branche gehen müssen? ‚Wachsen oder Weichen‘ scheint derzeit die einzige Alternative zu sein. Eine Studie des Thünen-Instituts sagt voraus, dass es 2070 in Deutschland gerade mal noch 20.000 landwirtschaftliche von 2020 rund 263.000 Betrieben geben wird. Dieses gigantische Höfesterben würde vielfältige negative Konsequenzen für die nachhaltige Entwicklung unserer ländlichen Räume haben. Doch Trends sind veränderbar. „Wir werden alles dafür tun, dass die Kleinstrukturen überleben können“, sagt Barbara Scheitz. Man glaubt es ihr.

#dcsrforum

Vertrauen und Empathie – Software für soziale Verantwortung

Helmut Schelling von Vector im Gespräch mit Günther Bachmann am 2. Juli 2021, 15:00 Uhr.

Als das Silicon Valley zum Inbegriff der IT-Scene wurde, gründete Helmut Schelling mit seinen Kollegen seine Firma in Stuttgart, und macht Vector zur Erfolgsgeschichte. 1988 war das. Vector produziert hochmoderne und erfolgreiche Software. Mit seinen Produkten hält das Unternehmen am Weltmarkt mit, ist innovativ – und schreibt sozial-unternehmerische Geschichte. Für die soziale Verantwortung gibt es keine Software, da müssen Rollen verteilt werden, da braucht es Vertrauen, Rituale und man muss miteinander reden. Wie das geht und warum Vector damit erfolgreich ist, wollen wir uns von Helmut Schelling näher erklären lassen.

weiter Lesen

Nachhaltiges Wirtschaften ist bei Vector seit vielen Jahren ein Anliegen, bei dem die CO2 -Emissionen reduziert, bauliche Nachhaltigkeitsstandards umgesetzt und eine nachhaltige Mobilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglicht wird. Aber auch die naturwissenschaftlich-technische Schulbildung und Forschung werden gefördert, Lieferanten mit Prüfkriterien zur Nachhaltigkeit ausgewählt.

Das Wichtigste jedoch: 2011 haben die Gründer ihre Firma in ein Stiftungsmodell überführt, denn sie wollen das Gemeinwohl stärken. Damit liegt Schelling weit vor dem Trend. Wie Verantwortung, soziale Nachhaltigkeit und Eigentum zusammengehen, auch das wird Gegenstand des Gesprächs sein.
Und schließlich: Wir wären nicht das Deutsche CSR-Forum zu Gast beim Kolping Bildungswerk und der IHK Stuttgart, wenn wir den Software-Experten nicht auch nach Deutschlands digitaler Zukunft fragen würden.

Seien Sie dabei, wenn die Erfahrungen eines Pioniers der Big Data Cloud und eines Pioniers der sozialen Nachhaltigkeit in einer Person zusammenfließen.

#dcsrforum

Die App gegen Lebensmittelvergeudung

Too Good To Go jetzt auch in Deutschland erfolgreich am Start

Rund ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel landen im Abfall. In Deutschland sind das etwa 12 Millionen Tonnen im Jahr. Das ist nicht nur eine skandalöse Verschwendung von Ressourcen, das ist auch der drittgrößte Posten für CO2-Emissionen. Ein Start-Up will helfen dies zu ändern. Mit einer App kann man Essen retten, Klima schützen und dabei Geld sparen. To Good To Go ist damit schon in vielen Ländern erfolgreich.

weiter Lesen

Es war die Idee der Dänin Mette Lykke, heutige Chefin von Too Good To Go International, 2016 eine App zu entwickeln, über die sich Restaurants, Bäckereien oder Läden mit den Kundinnen und Kunden vernetzen können, um Lebensmittel zu retten. Wie funktioniert das? Wer Essen oder ganze Mahlzeiten hat, die noch gut genießbar, aber nicht mehr verkauft werden können, informiert darüber auf der App. Interessent:innen müssen sich das Essen selbst abholen, das maximal 50 Prozent des Ursprungspreises kosten darf. Auch bezahlt wird über die App. Das Konzept läuft so gut, dass inzwischen in Lykkes Team in vielen Ländern Europas und den USA über 600 Menschen arbeiten. Und die haben schon Einiges erreicht: Insgesamt konnten sie auf diese Weise insgesamt rund 76 Millionen Mahlzeiten vor dem Abfall bewahren und wahrscheinlich auch vielen Menschen mit kleinem Geldbeutel zu gutem Essen verhelfen. Die Unternehmen können ihren Umsatz erhöhen und neue Kundschaft gewinnen.

In Deutschland, wo Too Good To Go 2019 unter der Leitung von Laure Berment an den Start ging, konnte das Start-Up immerhin schon fast acht Millionen Mahlzeiten retten. Das entspricht 190.000 Tonnen CO2-Äquivalenten oder den Emissionen, die 17.500 Bürgerinnen und Bürger im Jahr verursachen. Mit Corona, so Johanna Paschek von Too Good To Go Deutschland, sei deutlich zu spüren, dass der Stellenwert für Lebensmittel bei den Menschen größer geworden sei. Mehr als die Hälfte aller Lebensmittel werden in den heimischen vier Wänden vergeudet. Das wurde den Menschen nun im Lockdown bewusster. So erklärt sich Paschek den guten Start der App in Deutschland: Rund 5,4 Millionen Menschen nutzen sie hier bereits. „Wir sind offenbar die richtige App zu richtigen Zeit“, sagt sie und fügt hinzu: „Unsere App ist der weltweit größte B2C-Marktplatz für überschüssige Lebensmittel.

Es ist eine große Bandbreite der rund 7500 Betriebe, die hierzulande in 900 Städten schon mitmachen. Sie reicht von Edeka bis zum Tanta-Emma-Laden, von der Dean & David-Filiale bis zum Sterne-Restaurant. Mit diesem Angebot erweitert Too Good To Go die bisherigen Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung und schließt professionell eine Lücke zwischen Unternehmen und Verbraucher:innen.
Bis 2025 will man international mindestens eine Milliarde Mahlzeiten vor der Tonne bewahren. Damit dies gelingt, arbeiten die meist jungen Menschen auch an Aufklärungskampagnen, Bildungsangeboten sowie auf der politischen Ebene.

zur Website

#dcsrforum

Archiv

#dcsrforum

Unsere Autorin des Newsletters Heike Leitschuh

Ab sofort übernimmt Heike Leitschuh die Redaktion des CSR-Newsletters. Sie arbeitet seit über 25 Jahren zu den Themen der nachhaltigen Entwicklung: als Buch-Autorin, Publizistin, Moderatorin und Beraterin. Ihre Schwerpunktthemen sind Zukunftsfähige Unternehmensentwicklung/nachhaltiges Wirtschaften, Postwachstumsökonomie, Transformationsprozesse und nachhaltige Lebensstile. Sie moderiert Veranstaltungen sowie Dialogprozesse und berät in Fragen der Entwicklung von Strategien für Nachhaltigkeit, von Stakeholderdialogen sowie der Kommunikation. Ihre jüngsten Bücher: «Belächelt, Bekämpft, Begehrt. Mit Biopionier Ulrich Walter durch fünf Dekaden» (2021) und «Ich zuerst! Eine Gesellschaft auf den Ego-Trip» (2018). Seit 2001 ist sie Mitherausgeberin des Jahrbuch Ökologie.

zur Website

#dcsrforum

Das Wir-Prinzip
Antje von Dewitz im Gespräch mit Günther Bachmann

Auftakt zu den CSR Gesprächen des Deutschen CSR-Forums mit der IHK Region Stuttgart im März 2021. Die CSR Gespräche von Günther Bachmann mit einer Unternehmerin oder einem Unternehmer finden alle zwei Monate statt.

Da sage niemand, Geschichte wiederhole sich nicht. Den Outdoor-Spezialisten Vaude startete ihr Vater lange bevor Outdoor zum Trend wurde. Die damals gerade zwei Jahre alte Antje von Dewitz agiert heute als Chefin des Familienunternehmens weit im Vorfeld von Trends und bricht dabei das eine oder andere Tabu. Als eine der ersten in der Wirtschaft tritt sie für ein Lieferkettengesetz ein.

weiter Lesen

In der heißen Flüchtlingsdebatte macht sie sich stark für ein Bleiberecht für Flüchtlinge mit einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Eine CO2-Steuer sieht sie als “Innovationsmotor für die Wirtschaft“. Sie steht für eine Unternehmenskultur, die sich an partnerschaftlichem Respekt, Vertrauen und Nachhaltigkeit orientiert. Von der „Fast Fashion“ Doktrin hält sie nichts. Ihre Produkte, nach allerhöchsten Ansprüchen der Nachhaltigkeit hergestellt, sind slow und so kann sie den Warenfluss langfristig steuern und unsinnige Kosten etwa durch das saisonale Verramschen vermeiden. Was in der Wirtschaft längst noch keine Normalität ist, gehört für sie zum „Wir-Prinzip“.

Antje von Dewitz nutzt die Corona-Krise, um zu überdenken, ob sie und das Unternehmen das Leben mit dem füllen, was tatsächlich wichtig ist. Ihr Fazit: „Unsere auf gegenseitigem Vertrauen basierende Firmenkultur sowie unsere fest verankerte, nachhaltige Unternehmensausrichtung helfen uns, flexibel und aus eigener Kraft durch diese stürmische Zeit zu steuern.“ Unterbrochene Zulieferungen werden eben gerade nicht einseitig gekündigt, sondern gemeinsam mit den Partnern zum gegenseitigen Vorteil angepasst. Das erzeugt auch neuen Schwung für gemeinnütziges Engagement der Mitarbeitenden bis hin zu einem Social Day gemeinnütziger Tätigkeiten in Kombination mit Möglichkeiten zur Fortbildung. Das Wir gibt gerade dann Sicherheit und Halt, wenn Vieles im weiteren Umfeld schwankt und bricht.

Kein Wunder also: Im Oktober 2020 gründet von Dewitz mitten in die Pandemie hinein die Vaude – Akademie für nachhaltiges Wirtschaften: Um Wissen zu teilen, zu lernen, was Führung leisten kann und muss, wie die Arbeitskultur Vertrauen schafft und wie Mitarbeitende ganzheitlich in Transformationsprozess eingebunden werden können.

Noch ist es nicht allzu lang her, da waren Unternehmer fast immer Männer. Konkurrenz und Ich-Rivalität sind männlich. Meistens jedenfalls. Heute ist Vieles anders. In Familienunternehmen liegt der Anteil der Frauen, die die Unternehmensnachfolge antreten, bei rund 50 Prozent. Antje von Dewitz ist eine dieser Pionierinnen.

zur Website

#dcsrforum

„Das ist mir halt so zugefallen“
Alfred Theodor Ritter im Gespräch mit Günther Bachmann

Alfred Theodor Ritter im Gespräch mit Günther Bachmann
beim 2. CSR-Gespräch des Deutschen CSR-Forums und der IHK Region Stuttgart im April 2021

Bekannt ist er als Marke, relativ unbekannt als Allrounder für nachhaltige Geschäftsfelder. Ritter – Sein Name steht für die Schokoladenmarke, aber er stellt auch Vakuumröhren für Sonnenkollektoren her, ökologische Heizsysteme und große Solaranlagen. Sein „Hotzenblitz“, der erste Strom-PKW den es in der Bundesrepublik gab, ist legendär. Alfred Theodor Ritter beteiligt sich an einer Filmgesellschaft, baute mit seiner Schwester eine Solarhaussiedlung und ist Eigentümer eines Gewerbeparks. Das alles sei ihm zugefallen, sagt er bescheiden.

weiter Lesen
Diese Geschichte hat er schon oft erzählt, aber immer klingt die Betroffenheit und Empörung über die Atomwirtschaft wie aktuell: Als 1986 der Atomreaktor in Tschernobyl zerbarst, da verstrahlte er in der Türkei auch die für das Familienunternehmen so wichtige Haselnussernte – aus Alfred Ritter machte das den Öko-Industriellen. Auf eine besondere Art. Er protestiert indem er Alternativen schafft, zeigt, was möglich ist, wenn man es nur anfängt. Ein Öko-Kämpfer sei er nicht, sagt er denn Kampf – jedenfalls in der Art ständiger Konfrontationen – erzeuge reflexartige Gegenwehr und damit Stillstand. Da kommt im Gespräch der Psychologe durch, der Alfred Ritter auch ist. Vier Semester lang studierte er, dem Vater zu liebe, Volkswirtschaft und blickt – jetzt als erfolgreicher Unternehmer – mit kaum freundlichen Worten auf Ratschläge aus diesem Fach. Dann ließ er sich zum Psychologen ausbilden und arbeitet einige Jahre als selbstständiger Psychotherapeut in Heidelberg. Auf die Frage, wie viel Psychotherapie eigentlich das Corona-geschwächte politische Bewusstsein in Deutschland brauchen würde, lacht er vielsagend.

Die politische Meinungsbildung zur Energiewende sieht Ritter höchst kritisch. Zu viel Geld hat er durch das Hü und Hott verloren, weil der Staat die Erneuerbaren Energien einmal vorantreibt und dann wieder ausbremst. Kritisch auch seine Haltung zum Begriff Nachhaltigkeit: zu viel freudloser Verzicht. Die tausend Dinge zu tun, die alle einfach tun können, verspräche dagegen Freude und Glück. Die politische Ordnung, so Ritter, müsste sich eben viel langfristiger an Zielen und Visionen des Besseren und Schöneren orientieren. Das sei schließlich auch so, wenn man die beste Schokolade produzieren wollte. In das Nicaragua der Sandinistas hat er vor 30 Jahren den Kakaoanbau überhaupt erst wieder zurückgebracht. Heute errichtet er dort eine eigene große Plantage und setzt soziale Standards, die für das Land wie pure Zukunft klingen: Aufstieg durch (Aus-)Bildung gepaart mit vom Unternehmen bezahlter Fortbildung.
Zugefallen mag ihm das sein, aber ergriffen hat er die Möglichkeiten dann sehr beherzt. Als Unternehmer der sozialen Verantwortung.

zur Website

#dcsrforum

Von der kleinen Käserei zu Europas größter Bio-Molkerei

CSR-Gespräch mit Barbara Scheitz, Andechser Molkerei Scheitz und Günther Bachmann am 7. Mai 2021, 15 Uhr.

Nach den beiden spannenden Gesprächen mit Antje von Dewitz, Vaude und Alfred Ritter, Ritter-Sport hat das CSR Forum nun Barbara Scheitz, Inhaberin der Andechser Bio-Molkerei Scheitz, zum Gespräch eingeladen.

weiter Lesen

Turbulenzen bei den Preisen, die Suche nach sozialer Chancengerechtigkeit im ländlichen Raum, Anforderungen an das Tierwohl versus Beschwerden gegen den Lärm von Kuhglocken, Düngemittel und Wasserqualität – die moderne Landwirtschaft erzeugt viele Kontroversen und Abhängigkeiten. Und mitten in all dem führt Barbara Scheitz eine über 110jährige Betriebsgeschichte in die Zukunft.

645 Bauern beliefern Europas größte Bio-Molkerei. Barbara Scheitz setzt auf soziale Kompetenz, Verantwortung und Vertrauen bei höchster Qualität. Den Bauern zahlt sie eine Weideprämie auf den Milchpreis, die Erzeugerpreise handelt sie mit ihnen alle zwei Monate auf Augenhöhe aus. Die Konsument*innen erhalten Einblick in die Wertschöpfung. Sie übernahm die Molkerei vom Vater, der schon das überdüngte Grundwasser durch eine Biostrategie verbessert hatte, und stellte sie als erste deutsche Molkerei zu 100 Prozent auf Bio um. Nun baut sie auch die Anlagen ökologisch um. Es gelingt ihr, Anteile von einem französischen Konzern zurückzukaufen, um das Familienunternehmen zu konsolidieren. Mit ihr wird die Bio-Ökonomie zur Leitschnur der Zukunftsausrichtung ihres Betriebes.

Barbara Scheitz ist vom Fach: Nach der Lehre zur Molkereifachfrau sammelte sie Erfahrungen in verschiedenen Molkereien, schloss ein BWL-Studium ab und baute Fachgeschäfte auf. Sie engagiert sich in der Branche und in der Zivilgesellschaft. So ist sie unter anderem Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Landkreis Starnberg. In den Klimarat des Freistaates Bayern bringt sie das Thema „klimafreundliche Landnutzung“ ein.

Was sind die aktuellen Herausforderungen ihres Unternehmens und der Branche? Wie sieht sie die Zukunft der Landwirtschaft aus? Darüber spricht mit Barbara Scheitz Günther Bachmann, Aktivist und Nachhaltigkeitsexperte, Mitglied im Kuratorium des CSR-Forums: 7. Mai, 15 bis 16.30 Uhr.

zur Website