12. Deutsches CSR-Forum liegt hinter uns.

„Yuppies sind out. Kälte ist out. Verantwortungslosigkeit ist out“ – CSR wird Mainstream.

Bürgerschaftliches Engagement bringt mehr Demokratie in Unternehmen

Bund, Unternehmen und Kommunen nehmen Flüchtlings-Herausforderung an

Digitalisierung ist der entscheidende Faktor für eine prosperierende Zukunft

Compliance-Verstöße à la Volkswagen auf dem Rückzug


Nach zwei Tagen ist am Abend des 6. April 2016 das 12. Deutsche CSR-Forum in Ludwigsburg zu Ende gegangen. Im Zentrum stand die Feststellung, dass nach vielen Jahren die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility CSR) bei den Unternehmen und in der Politik aus dem Stadium des Expertenthemas herausgetreten ist und das gesamte Unternehmen ergriffen hat.

„Yuppies sind out. Kälte ist out. Verantwortungslosigkeit ist out“, fasste Wolfgang Scheunemann, Kuratoriumsvorsitzender des Deutschen CSR-Forums, die neue Entwicklung zusammen. Eine neue Welle des Mitarbeiterengagements im Unternehmen, unterstützt von klugen Vorständen und Personalern, führt dazu, das erstmals seit vielen Jahren die Mitarbeitermotivation in großen und mittelständischen Unternehmen wieder zunehmen wird. Dass Mitarbeiter ihre Selbstverwirklichung nur außerhalb des Unternehmens suchen, scheint sich umzukehren.

Einen ganz besonderen Beitrag leisten die deutschen Unternehmen und Kommunen hierzu, die ihre Mitarbeiter unterstützen, wenn sie sich in Projekten des bürgerschaftlichen Engagements und insbesondere derzeit in Flüchtlingsbetreuung engagieren. Viele Themen im Plenum und den Sektionen befassten sich damit. Insbesondere die Bundespolitik – wie etwas das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Engagement Global und das Auswärtige Amt – sowie Kommunen und Unternehmen leisten hier hervorragende Arbeit. Für seine besonders „Gelungenen Maßnahme zur Flüchtlingsunterstützung“ wurde am Abend Deutsche Post DHL Group mit dem Sonderpreis des Deutschen CSR-Preises ausgezeichnet.

Dass Führung im Unternehmen heute mehr ist als einen Kurs für Führungskräfte besucht zu haben, legten Prof. Menno Harms, Vorstand der Initiative Zukunftsfähige Führung, Dr. Marina Bozesan vom Club of Rome, Bernhard Kiel von Gore, und Dr. h. c. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender von Wittenstein dar. Heutige Unternehmensführer gehen wieder vor Ort zu den Mitarbeitern, statt allein aufgrund kalter Zahlen Entscheidungen zu treffen. In einer Sektion wurden diese Ergebnisse von mittelständischen Unternehmensführern bestätigt.

Konfrontiert mit der Aufgabe, langfristig für über eine Million Menschen zusätzlich Wohn-, Lebens- und Arbeitsraum zu schaffen, fallen überall bürokratische Gängelungen: Insbesondere im Wohnbereich mit seinen vielen Vorschriften werden Bauformen möglich, die bisher wegen fehlender Konformität mit Vorschriften hoffnungslos waren. In einem ganztägigen Workshop innerhalb des Forums diskutierten darüber u .a. Prof. Dr. Werner Sobeck, Prof. Horst Sondermann, Dr. Anna Braune (DGNB), Dr. Rainer Bareiß (Züblin), mit Ludwigsburgs Oberbürgermeister Werner Spec.

Personalverantwortliche stehen vor neuen Aufgaben und neuen Chancen, die Bedeutung ihrer Arbeit in Unternehmen herauszustellen. Neue, frische, attraktive Intranet-Webseiten sind nur ein Zeichen für neue Kreativität, so Hans M. Verheijke, Geschäftsführer der Business Performance Academy. Katharina Heuer, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP), Wolfgang Schmalz, Geschäftsführer des mit dem Deutschen CSR-Preis geehrten Unternehmens für die CO2-Vermeidung als Beitrag zum Klimaschutz im Betrieb, Vertreter von Wikimedia, Mast-Jägermeister, sowie Prof. Michael Fritz von der Fachhochschule Mainz bestätigten die vielseitigen neuen Ansätze, um Unternehmen für junge Mitarbeiter attraktiv zu machen und – neu – für ältere attraktiv zu halten.

Bei der mit Spannung erwarteten Diskussion über Compliance im Top-Management zeichnete sich ab, dass der Volkswagen-Fall wohl einer der vermutlich letzten großen Fälle eines nicht sehr menschenfreundlichen Old-Boys-Networks war, deren Hoch-Zeit mit der Vergötterung des „Shareholder Values“ schon einige Jahre zurückliegt.

Spannend die Informationen zur Zukunftsfähigkeit der deutschen und europäischen Wirtschaft. Kein geringerer als EU-Digitalisierungs-Kommissar Günther Oettinger machte deutlich, dass die Digitalisierung die Chance für die deutsche Wirtschaft darstellt, global auch langfristig mitzuspielen. Auch die Frage nach der Energieversorgung Europas wurde diskutiert. In diesem Jahr ist ein erstes Kraftwerk nach der Idee der Desertec-Stiftung in Marokko in Betrieb gegangen. Europäische Egoismen hindern uns immer noch daran, von der Energieversorgung wenig demokratischer Staaten unabhängiger zu werden.

Mit seinem Bericht über CSR in China eröffnete Prof. Haifeng Huang von der Peking University den Teilnehmern einen Blick in andere Länder. In China wird CSR noch wesentlich als Umweltschutz-Herausforderung gesehen, aber andere Aspekte von CSR gewinnen an Bedeutung.

In 17 Sektionen wurden die Themen des Plenums inhaltlich vertieft. Darüber hinaus wurden Schüler im Rahmen des zum vierten Mal durchgeführten „Schülerforums“ mit Anspruch und Realität von CSR in deutschen Unternehmen konfrontiert. Kein Zweifel: Je mehr Unternehmen wieder ihre Mitarbeiter schätzen und motivieren, desto geringer wird die Aversion, später selbst einmal in einem Unternehmen zu arbeiten. Die Schüler der Klassen 11 und 12 verfolgen die Entwicklung voller Aufmerksamkeit.

Auch die Zukunft hatte ihren Part im Deutschen CSR-Forum Zum zweiten Mal fand der Academic CSR-Summit als Teil des Deutschen CSR-Forums statt, diesmal über zwei Tage: Professoren aus China, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und der Schweiz, neben den Spitzen der deutschen Wissenschaft, diskutierten über die Zukunft von CSR.

Festlicher Höhepunkt war am Abend des 5. April die Verleihung des 7. Deutschen CSR-Preises in unterschiedlichen Kategorien. Sie fand im Beisein von Staatssekretär Dr. Ralf Kleindieck aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und mit einer Laudatio von James Strock, dem ersten Minister für Umweltschutz im US-Bundesstaat Kalifornien und Mitbegründer des California Air Ressource Board (CARB), statt.

Ausgezeichnet wurden Dr. Axel Friedrich und Jürgen Resch als die „deutschen Ralph Nader“ (James Strock), die Firmen Alnatura, Beemster-Cono, Deutsche Post DHL Group, Ernst & Young, Hogan Lovells International, Mercedes-Benz Bank, REWE, J. Schmalz sowie die Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Grüning und Anne Michaels, TU Ilmenau.

Insgesamt nahmen über 700 Personen am 12. Deutschen CSR-Forum teil.

Das neue Gefühl, dass Unternehmenslenker auch für ihre Mitarbeiter da sind, zeigte sich auch darin, dass verschiedene Vorstandsvorsitzende und Vorstände „ihr“ Team bei der Preisverleihung begleiteten, ohne zu wissen, ob ihr Unternehmen als Preisträger oder Finalist zurückkehren wird. Eine solche Ermutigung war früher kaum denkbar.

Das 13. Deutsche CSR-Forum wird vom 4. bis 5. April 2017 wieder in Ludwigsburg stattfinden.

 


 

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Impressionen vom Deutschen CSR-Forum

Eindrücke vom 12. Deutschen CSR-Forum

Sehen Sie hier, wie das Deutsche CSR-Forum 2016 war.
Vielen Dank für diese tolle Präsentation an unseren Fotographen Rüdiger Schulze, office@comunddesign.de.

Über 200 Bilder vom Plenum, den Sektionen, den Ständen und der Verleihung des Deutschen CSR-Preises.

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Erfahren Sie mehr über die Vielfalt der Themen auf dem 12. Deutschen CSR-Forum.

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